
Für Poolbauer · Einbau · 6 Min. Lesezeit
Überlaufrinne einbauen: Der erste AquaLite-Beckenkopf Schritt für Schritt
Vom Prüfen der Beckenmaße bis zur mechanischen Fixierung: Der Einbau-Guide für Betriebe, die den ersten Beckenkopf mit dem AquaLite-Rinnensystem bauen. Mit Reihenfolge, Werkzeugliste, Befestigungsmaterial und den Fehlern, die man nur einmal macht.
Was beim Fertigteil-Beckenkopf anders ist
Wer bisher Rinnen geschalt und betoniert hat, kennt den Ablauf: Schalung stellen, ausrichten, betonieren, ausschalen, nachspachteln. Mit AquaLite entfällt das komplett. Die Rinne kommt als massives Betonfertigteil in Leichtbauweise auf die Baustelle, werkseitig mit den Systemkomponenten vorbereitet. Die Arbeit verlagert sich vom Betonieren zum Vermessen, Versetzen und Justieren.
Dieser Guide beschreibt die Reihenfolge, die sich auf den Baustellen bewährt hat. Verbindlich sind immer die Einbauvorgaben des Herstellers, die Sie in der Schulung und in den Montagevideos bekommen.
Vorbereitung: Was vor dem ersten Element stimmen muss
Der Beckenkopf muss tragfähig, eben und maßhaltig sein. Bevor das erste Element gesetzt wird:
- Länge und Breite des Beckens prüfen und mit den Plänen abgleichen
- Diagonalen messen: Sind sie gleich lang, ist das Becken rechtwinklig
- Geradlinigkeit der Beckenwände mit Schnur oder Laser kontrollieren
- Höchsten Punkt des Beckenkopfs ermitteln, er ist die Referenz für alle Elemente
- Nullniveau auf alle Seiten übertragen

Schritt 1: Elemente versetzen
Die Rinnenelemente werden nach Plan auf den Beckenkopf gesetzt, beginnend an einer Ecke. Gehrungsschnitte an den Ecken kommen ab Werk, jeweils ein rechter und ein linker Schnitt treffen zu einer geschlossenen Ecke aufeinander. Dank der Leichtbauweise sind die Elemente bis zu 60 Prozent leichter als herkömmlicher Beton, was Transport und Versetzen spürbar erleichtert.
Schritt 2: Über die Justierschrauben einrichten
Jedes Element hat integrierte Justierschrauben. Damit wird die Oberkante der Rinne millimetergenau auf das Nullniveau gebracht, Element für Element, immer mit Kontrolle zum Nachbarelement und zur Referenz. Unterlegkeile und Unterstopfen entfallen. Die Wasserlinie ist am Ende so präzise wie diese Einstellung, deshalb lohnt sich hier Sorgfalt mehr als überall sonst.
Schritt 3: Mechanisch fixieren
Nach dem Ausrichten wird jedes Element mechanisch mit dem Beckenkopf verbunden, ohne äußere Abstützung oder Hilfskonstruktion. Das definierte Befestigungsmaterial pro Rinnenelement:
- 2 Schrauben HILTI HUS3-H 6 L 80
- 2 Beilagscheiben HILTI A10,5/40 Zn HV200 ISO 7089
- 4 Baustahleisen L 15 cm, D 8 mm
Weil keine Schalung im Weg ist, bleibt der Bauablauf auch bei langen Rinnenstrecken und großen Becken kontrolliert.

Schritt 4: Gefälle im Rinnengrund und Abläufe
Der Rinnengrund wird vor Ort nach Herstellervorgabe mit Gefälle zu den Abläufen hergestellt. So bleibt kein Restwasser in der Rinne stehen, Verschmutzungen werden Richtung Ablauf transportiert, und auch Regenwasser läuft kontrolliert ab.
Als Ablauf kommt der Rinnenablauf DN 110 mit 87-Grad-Bogen und Anschlussmuffe zum Einsatz. Die integrierte Bundbuchse erlaubt die genaue Höheneinstellung des Rinnengrundes und bietet eine breite Auflagefläche für die Folienanbindung. Beide Öffnungen sind werkseitig mit Schutzfolie verschweißt, die erst beim Anschluss entfernt wird.
Schritt 5: Folie oder Belag anarbeiten
Die maßhaltige, glatte Kante der Fertigteile ist der Punkt, an dem Folienschweißer aufatmen: weniger Anpassarbeit, planbare Untergründe. Bei Modellen mit Steineinlage kommen die Distanzauflager auf Silikonbasis in die Rinne, gerechnet werden acht Stück pro Laufmeter. Sie halten den Abstand von 8 Millimetern wasser- und außenseitig und lassen sich in der Höhe an Steinstärken von 20, 25 oder 30 Millimetern anpassen.
Den Abschluss zur angrenzenden Konstruktion bildet die eloxierte Abschlussleiste als U-Profil, in zwei Breiten erhältlich, mit 25 Mikrometer Eloxalschicht für den Außenbereich.
Die drei Fehler, die man nur einmal macht
- Referenzniveau nicht sauber übertragen: Dann stimmen die Elemente zueinander, aber die Kante läuft insgesamt schief. Immer vom höchsten Punkt ausgehen.
- Fixieren vor dem Einrichten: Was einmal fixiert ist, lässt sich nicht mehr justieren. Erst alle Elemente ausrichten, dann kontrollieren, dann fixieren.
- Gefälle im Rinnengrund vergessen: Ohne Gefälle steht Wasser in der Rinne. Die Vorgabe des Herstellers einhalten und die Abläufe entsprechend setzen.
Schulung, Hotline und Pilotprojekt
Der erste Beckenkopf gelingt am besten mit Begleitung. Rekord-Partner durchlaufen die Einbau-Schulung beim Hersteller in Wettmannstätten, haben eine technische Hotline für Fragen auf der Baustelle und können ihr erstes Projekt auf Wunsch vor Ort begleiten lassen. Nach dem ersten Pool sitzt jeder Handgriff. Wie Sie Partner werden, lesen Sie hier.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Einbau der Überlaufrinne?+
Bei üblichen Privatpools werden die Elemente an einem Tag versetzt, justiert und fixiert. Schalung, Betonieren, Ausschalen und Nacharbeit entfallen.
Welches Werkzeug brauche ich für den Einbau?+
Nivelliergerät oder Laser für Referenz und Kontrolle, Maßband und Schnur für Maße und Geradlinigkeit, Bohrmaschine und Schlüssel für die mechanische Fixierung sowie das Befestigungsmaterial je Element. Die Justierschrauben sind in den Elementen integriert.
Kann ich Rinnenelemente vor Ort kürzen?+
Gehrungsschnitte an den Ecken kommen ab Werk. Für Sonderlängen und abweichende Geometrien sprechen Sie das Projekt mit dem Hersteller ab, notfalls wird ein Sondermodell gefertigt.
Wie viele Abläufe brauche ich?+
Die Anzahl und Lage der Rinnenabläufe DN 110 richtet sich nach Beckengröße, Umwälzleistung und Rinnenmodell. Die Vorgabe dazu erhalten Partner mit der Einbau-Schulung und der technischen Hotline.
